10.3.2026
Wachstum

Führen in unsicheren Zeiten: Was Geschäftsführer jetzt tun müssen

Steigende Arbeitslosenzahlen, mehr Insolvenzen und zunehmende Kurzarbeit zeigen: Viele Unternehmen stehen unter Druck. Der Artikel beleuchtet die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und zeigt, wie Geschäftsführer und Führungskräfte ihr Unternehmen und ihre Mitarbeitenden auch in unsicheren Zeiten stabil führen können.
Ein Beitrag von

Annika Marcus

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist aktuell von Unsicherheit geprägt. Steigende Arbeitslosenzahlen, zunehmende Unternehmensinsolvenzen und eine wieder häufiger eingesetzte Kurzarbeit zeigen deutlich: Viele Unternehmen stehen unter Druck. Für Geschäftsführer und Führungskräfte bedeutet das, in einer Phase erhöhter Unsicherheit Orientierung zu geben, klare Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig strategisch zu handeln.

Führung wird in solchen Zeiten zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Während Märkte schwanken und Prognosen unsicher sind, erwarten Mitarbeitende vor allem eines: Stabilität, Klarheit und eine glaubwürdige Perspektive.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten verdeutlichen die angespannte Lage. Anfang 2026 waren in Deutschland rund 3,07 Millionen Menschen arbeitslos, was einer Arbeitslosenquote von etwa 6,5 Prozent entspricht. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen weiterhin deutlich über der Marke von drei Millionen und höher als im Vorjahr.Auch die Unternehmenslandschaft steht zunehmend unter Druck. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2024 insgesamt 21.812 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von 22,4 Prozent gegenüber 2023. Für das Jahr 2025 rechnen Wirtschaftsauskunfteien sogar mit rund 23.900 Unternehmensinsolvenzen, dem höchsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt.

Zu den wichtigsten Ursachen zählen eine schwache konjunkturelle Entwicklung, gestiegene Energie- und Finanzierungskosten sowie strukturelle Veränderungen in vielen Branchen. Gleichzeitig berichten zahlreiche Unternehmen von einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft und einer insgesamt stagnierenden wirtschaftlichen Dynamik. Für viele Geschäftsleitungen rücken daher Themen wie Kostenanpassungen, Kurzarbeit und Restrukturierung wieder stärker in den Fokus.

Führung in Krisenzeiten: Stabilität für Organisationen schaffen

Unsicherheit wirkt sich direkt auf Organisationen aus. Wenn Aufträge zurückgehen, Projekte verschoben werden oder Kosten steigen, entsteht schnell eine Atmosphäre der Verunsicherung innerhalb der Belegschaft. Gerade in solchen Situationen zeigt sich die Qualität von Führung. Mitarbeitende orientieren sich in Krisenzeiten stärker an ihren Führungskräften als in stabilen Phasen. Fehlende Kommunikation oder unklare Entscheidungen verstärken Unsicherheit und können dazu führen, dass Motivation und Engagement sinken.

Hinzu kommt ein wichtiger struktureller Faktor: Trotz steigender Arbeitslosenzahlen bleibt qualifiziertes Personal in vielen Branchen weiterhin knapp. Unternehmen, die in der Krise wichtige Leistungsträger verlieren, stehen beim nächsten wirtschaftlichen Aufschwung vor erheblichen Herausforderungen. Wirksame Führung bedeutet daher nicht nur Kosten zu steuern, sondern die Organisation auch in schwierigen Phasen stabil zu halten.

Kurzarbeit strategisch nutzen: Mitarbeitende halten statt verlieren

Kurzarbeit ist ein bewährtes Instrument, um wirtschaftliche Schwankungen abzufedern und Arbeitsplätze zu sichern. Doch die Einführung von Kurzarbeit allein löst noch kein Führungsproblem. Entscheidend ist, wie diese Phase innerhalb der Organisation gestaltet wird. Unternehmen, die Krisen erfolgreich bewältigen, nutzen Zeiten geringerer Auslastung aktiv für ihre strategische Entwicklung. Ein zentraler Faktor ist transparente Kommunikation. Mitarbeitende müssen verstehen, warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind und welche Perspektive das Unternehmen verfolgt. Wenn Führungskräfte offen über wirtschaftliche Herausforderungen sprechen und gleichzeitig einen klaren Plan vermitteln, entsteht Vertrauen.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist Qualifizierung während der Kurzarbeit. Phasen mit geringerer Arbeitslast können genutzt werden, um Kompetenzen aufzubauen, Prozesse zu verbessern oder neue Geschäftsfelder vorzubereiten. Unternehmen investieren damit nicht nur in ihre Zukunft, sondern stärken auch die Bindung ihrer Mitarbeitenden. Ebenso wichtig ist eine klare Fokussierung auf Schlüsselkompetenzen im Unternehmen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Führungskräfte wissen, welche Rollen und Fähigkeiten für die Zukunft des Unternehmens besonders relevant sind. Personal strategisch zu entwickeln bedeutet daher auch, Ressourcen gezielt zu lenken und Potenziale bewusst einzusetzen.

Krise als Chance für organisatorische Weiterentwicklung

Viele erfolgreiche Unternehmen haben ihre wichtigsten Veränderungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten angestoßen. Krisen machen Schwächen sichtbar: ineffiziente Prozesse, unklare Verantwortlichkeiten oder fehlende strategische Ausrichtung. Gleichzeitig eröffnen sie die Möglichkeit, Organisationen neu auszurichten und widerstandsfähiger aufzustellen. Gerade moderne, prozessorientierte Führung kann Unternehmen helfen, flexibler und anpassungsfähiger zu werden. Verantwortung und Entscheidungskompetenz werden dabei stärker im Unternehmen verteilt, wodurch Organisationen schneller auf Marktveränderungen reagieren können.

In einem wirtschaftlichen Umfeld, das zunehmend von Unsicherheit geprägt ist, wird diese Fähigkeit zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Steigende Arbeitslosenzahlen, zunehmende Unternehmensinsolvenzen und wirtschaftliche Unsicherheiten zeigen deutlich, dass sich Unternehmen auf eine Phase struktureller Veränderungen einstellen müssen.

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Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Destatis) – Unternehmensinsolvenzen in Deutschland
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – Wirtschaftliche Lage in Deutschland
  • Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsmarktstatistik Deutschland
  • Creditreform – Insolvenzprognose Deutschland 2025
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – Arbeitsmarktentwicklung und Kurzarbeit